Häufig gestellte Fragen

Was Nierenkranke wissen wollen

Auf der Seite “wissenswert” wollen wir Ihnen kurze Antworten auf Fragen rund um die Nierenkrankheit geben und – nach Möglichkeit – weitergehende Literatur dazu anbieten.

Die Seite befindet sich im Aufbau. Schauen Sie regelmässig vorbei! Haben Sie Fragen zu einem Thema oder Ideen für FAQs schreiben Sie uns an: info@nierenpatienten.ch

Grundlagen

Die Nieren befinden sich in der Bauchhöhle hinter dem Bauchfell links un d rechts neben der Wirbelsäule. Sie sind bohnenförmige Organe und in etwa faustgroß. Unsere Nieren sind lebensnotwendige Organe mit vielfältigen Aufgaben: Sie bilden Urin und leiten ihn durch die Harnwege ab. Überschüssiges Wasser und Giftstoffe aus Stoffwechselvorgängen werden mit dem Urin ebenfalls entfernt. Auch der Säure-Basen-Haushalt des Körpers wird über die Nieren geregelt, um eine Übersäuerung des Blutes zu verhindern. Durch die Hormonproduktion kommt den Nieren auch bei der Regelung des Blutdrucks eine wichtige Funktion zu. In der Niere gebildete Hormone wie beispielsweise Erythropoetin kontrollieren die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark. Die Nieren haben auch Einfluss auf die Konzentration der Mineralien wie Kalium, Natrium und Calcium im Blut und auf die Bildung von Vitamin D.

Quelle: Fresenius Medial Care

Lesen Sie mehr in der Broschüre: DIE NIERE VERSTEHEN

Film: Die Niere

Gesundheit heute zu CKD >>>

Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist ein Mittel, um die Nierenfunktion zu messen und gibt an, wie gut die Nieren das Blut filtern können. Sie wird in Millilitern pro Minute gemessen und kann Aufschluss über mögliche Nierenprobleme geben. Eine niedrige GFR kann auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hinweisen, während eine hohe GFR auf eine gute Nierenfunktion hindeutet. Es ist wichtig, die GFR regelmäßig zu überwachen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Berechnen Sie Ihren GFR-Wert:


Stadien der Niereninsuffizienz

GFR-Tabelle


Quelle: Fresenius Medical Care

Bei der Hämodialyse wird Blut außerhalb des Körpers gereinigt. Dabei wird aus einem Blutgefäß Blut entnommen, das dann durch einen synthetischen Filter, den sogenannten Dialysator, läuft. In diesem Dialysator wird das Blut vor der Rückleitung in den Körper gereinigt, weshalb der Dialysator auch als „künstliche Niere“ bezeichnet wird. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt. Den Prozess steuert eine Dialysemaschine, die unter anderem Blut pumpt, gerinnungshemmende Mittel zusetzt sowie den Reinigungsprozess reguliert. Die Hämodialyse wird in der Regel mindestens dreimal wöchentlich für etwa drei bis sechs Stunden durchgeführt, normalerweise in einem Dialysezentrum. Als Alternative zur Behandlung in einem Dialysezentrum kommt auch eine Behandlung im bekannten häuslichen Umfeld infrage. Verschiedene Arten der Heimdialyse ermöglichen den Patienten eine Integration der Behandlung in den gewohnten Alltag.

Quelle: Fresenius Medical Care

Lesen Sie mehr in der Broschüre: HÄMODIALYSE VERSTEHEN

Quelle: Fresenius Medical Care


Als Peritoneum wird das Bauchfell bezeichnet, eine dünne, glänzende Haut, die mit einer Oberfläche von einem bis zwei Quadratmetern die Bauchhöhle und die inneren Organe überzieht. Da das Bauchfell sehr gut durchblutet ist, stellt es eine hervorragende natürliche Austauschmembran dar. Außerdem hat es ähnliche Eigenschaften wie der künstliche Filter bei der Hämodialyse: Durch seine Poren kann es bestimmte Stoffe hindurchlassen und andere zurückhalten. Bei der Peritonealdialyse (PD) macht man sich diese speziellen Eigenschaften des Peritoneums zunutze. Durch einen ständigen Katheter wird in regelmäßigen Abständen sterile Dialyselösung in die Bauchhöhle eingelassen. Dort verbleibt sie zunächst, um Abfallprodukte wie Harnstoff oder Kreatinin aus dem Blut aufzunehmen. Außerdem wird dem Körper überschüssiges Wasser entzogen. Nach einiger Zeit wird diese Flüssigkeit in einen Beutel abgelassen und durch eine neue Dialyselösung ersetzt.

Quelle: Fresenius Medical Care

Lesen Sie mehr in der Broschüre: DIE BAUCHFELLDIALYSE VERSTEHEN

Quelle: Fresenius Medical Care


Eine erfolgreiche Nierentransplantation ermöglicht es Ihnen, ein praktischeres und freieres Leben zu führen als die Dialyse. Die Medikamente helfen, eine Abstoßung des Transplantats zu verhindern, und Sie werden viele Jahre lang ein relativ normales Leben genießen können.Bei der Entscheidung, ob Sie ein Kandidat für eine Transplantation sind, wird Ihr Arzt Ihr Alter und Ihre Krankengeschichte berücksichtigen.Es herrscht ein akuter Mangel an Spenderorganen, die Wartezeit in der Schweiz liegt bei 3 Jahren. Wenn eine Transplantation die Lösung für Sie ist, müssen Sie bis zur Operation normalerweise weiterhin Dialysen durchführen.

Quelle: Fresenius Medical Care

Mehr erfahren

Aufzeichnung der virtuellen Informationsveranstaltung zum Thema Überkreuz-Nieren-Lebendspende

Praktische Apps

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Fakten

Die obligatorische Grundversicherung gibt gemäß Art. 25 Abs. 2g KVG und Art. 26 KLV grundsätzlich Anspruch auf eine Rückerstattung der Fahrkosten von ärztlich verordneten Transporten durch die Krankenkasse, sofern der Transport nicht mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erfolgen kann.

Allerdings beläuft sich der Beitrag der Grundversicherung gemäß Art. 26 Abs. 1 KLV von der Krankenkasse lediglich auf 50% der Kosten, bzw. auf maximal CHF 500.- pro Kalenderjahr. Eine höhere oder umfassendere Rückerstattung der entsprechenden Transportkosten durch die Krankenkasse ist abhängig von den vom Versicherten abgeschlossenen Zusatzversicherungen.

Ein Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 02.09.1998 hat diese Zahlungspflicht der Krankenkassen für die ärztlich verordneten Transportkosten gemäß KVG im Grundsatz bestätigt.

Steuern

Reise- und Transportkosten an die Dialyse können bei den Steuern abgezogen werden. Ein entsprechendes Formular erhalten Sie bei der zuständigen Steuerbehörde. Ein ärztliches Attest wird benötigt.

Darf ich als Dialysepatient ins Ausland?
Ja, eine bestehende Krankheit darf Sie nicht am Reisen hindern. Sofern Ihr medizinischer Zustand es zulässt, können Sie ins Ausland.

Was muss ich als Dialysepatient beachten, wenn ich ins Ausland reise?
Vor der Abreise müssen Sie ein Dialysezentrum im Ausland kontaktieren und Ihre Dialyse anmelden.

Wieviel kostet mich meine Dialyse im Ausland?
Die Kosten für die Dialyse im Ausland variieren sehr stark von Staat zu Staat. Erkundigen Sie sich vor der Anreise über die Kostenhöhe Ihrer Dialyse.

Werden die Kosten für meine Dialyse im Ausland von meiner Krankenversicherung übernommen?
Ja, die Kosten für Ihre Dialysebehandlung im Ausland werden von Ihrer Krankenversiche- rung übernommen. Unter Berücksichtigung von Art. 36 Abs. 4 KVV wird höchstens der dop- pelte Betrag der Kosten übernommen, welcher in der Schweiz vergütet würde.

Kann ich meine europäische Versichertenkarte im Ausland vorweisen?
Wenn Sie einen EU-/EFTA-Staat bereisen, dann kann die europäische Versichertenkarte vorgewiesen werden. Klären Sie bitte im Vorfeld ab, ob die Karte im Dialysezentrum im Aus- land akzeptiert wird. Wird die europäische Versichertenkarte akzeptiert, so entstehen für Sie keine Kosten vor Ort. Die Leistungen werden direkt über die Gemeinsame Einrichtung KVG an Ihre Krankenversicherung weitergeleitet.

Sollten Sie einen nicht EU-/EFTA-Staat bereisen, kann die europäische Versichertenkarte nicht vorgewiesen werden. In diesem Falle werden Sie die Kosten selber tragen müssen, und eine Rückerstattung der Kosten beantragen. Senden Sie dem SVK die Originalrech- nung zur Rechnungsprüfung ein.

Darf ich Medikamente aus der Schweiz mitnehmen?
Die Ausführung von Medikamenten untersteht dem Betäubungsmittelgesetz. Unter folgendem Link von swissmedic, dem Schweizerischen Heilmittelinstitut, finden Sie alle nötigen Angaben zum Reisen mit Medikamenten.

Erkundigen Sie sich frühzeitig und im Voraus über die Einführungsbestimmungen im jeweiligen Land.

Quelle: SVK-Merkblatt / FAQ Feriendialyse 1/1 25.11.2019

Zahnkosten, Leistungspflicht der Krankenkassen bei transplantierten Personen

Immunsuprimierte Personen haben ein Anrecht auf Vergütung von gewissen Zahnärztlichen Leistungen.

Vor dem eigentlichen Behandlungsbeginn muss der Zahnarzt – mit Ausnahme von Notfällen – der Krankenkasse einen Behandlungsvorschlag mit Kostenangaben einreichen. Dies hat für den Patienten zwar den Nachteil, dass mit der Behandlung etwas zugewartet werden muss, dafür kann er sich aber darauf verlassen, dass die Krankenversicherung die Behandlung bei Abgabe der Kostengutsprache auch übernimmt.

Diese Leistungen sind folgende:

Bezahlung der 3. jährlichen Untersuchung und Zahnreinigung. Alle Personen sollten 2°Untersuchungen und Zahnreinigungen pro Jahr vornehmen lassen, daher werden die ersten 2 nicht bezahlt.

Bezahlung von Zahnbehandlungen bei Entzündungen oder ähnlichen Zahnschäden. Nicht bezahlt werden Schäden durch normale Karies, ausser die Karies löse einen potentiellen Herd aus.

Abgestützt sind diese Leistungen in untenstehenden Gesetzen und Verordnungen: den Empfehlungen der SSO.

Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)
vom 18. März 1994 (Stand am 1. Juli 2023)

Art. 31 Zahnärztliche Behandlungen

1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten der zahnärztlichen Behandlung, wenn diese:

a) durch eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems bedingt ist; oder

b) durch eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt ist; oder

c) zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist.

2 Sie übernimmt auch die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausystems, die durch einen Unfall nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b1 verursacht worden sind.

1 Heute: nach Art. 1a Abs. 2 Bst. b.


Art. 1a1Geltungsbereich

1 Dieses Gesetz regelt die soziale Krankenversicherung. Sie umfasst die obligatorische Krankenpflegeversicherung und eine freiwillige Taggeldversicherung.

2 Die soziale Krankenversicherung gewährt Leistungen bei:

b) Unfall (Art. 4 ATSG), soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt;

Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung1 (Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV)
vom 29. September 1995 (Stand am 1Juli 2023)

Art. 191Zahnärztliche Behandlungen2

Die Versicherung übernimmt die Kosten der zahnärztlichen Behandlungen, die zur Unterstützung und Sicherstellung der ärztlichen Behandlungen notwendig sind (Art. 31 Abs. 1 Bst. c KVG3):

b) bei Eingriffen mit nachfolgender langdauernder Immunsuppression;

Bei Fragen zu zahnärztlichen Leistungen steht Ihnen Thomas Hunziker, unter 079 601 99 82 oder Mail hunzi@sunrise.ch gerne zur Verfügung.

Merkblatt zum Ausdrucken

Der weiße Hautkrebs tritt mit dem Alter bei der weißen Rasse zunehmend auf. Für die allgemeine Bevölkerung in den Industrieländern wird das Lebenszeitrisiko, einmal einen weißen Hautkrebs zu entwickeln, auf eins zu sieben bis zu eins zu 30 geschätzt. Wir alle laufen daher bereits ein relativ hohes Risiko, einmal in unserem Leben weißen Hautkrebs, der medizinisch entweder Basalzellkarzinom oder spinozelluläres Karzinom der Haut genannt wird, zu entwickeln.

Wir erarbeiten gerade einen neuen Text zum Hautkrebs nach Transplantation

Verantwortung übernehmen

Sorgen Sie vor und entlasten Sie Ihre Angehörigen indem Sie sich Gedanken machen zu den Themen Patintenverfügung, Vorsorge und Testament.
Der VNPS bietet zu den gängigen Patientenverfügungen Zusatzblätter für Nierenpatienten.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Blog

Hören Sie den Podcast der Schweizerischen Patientenorganisation

Oft gesehen

Ein Artikel der Europäischen Nierenpatienten Vereinigung (EKPF)

Diese Patienten gehören zu den stillen, oft verborgenen Leidtragenden, die Mitgefühl und noch viel mehr verdienen. Im besten Fall leiden sie unter starken Beschwerden, im schlimmsten Fall unter akuten Schmerzen. Sie wünschen sich dringend eine gezielte Behandlung. Aber es gibt keine. Bis jetzt.

Chronic Kidney Disease-assoziierter Pruritus (CKD-aP) ist ein hartnäckiger systemischer Juckreiz, der bei Dialysepatienten sehr häufig und intensiv auftritt. Studien gehen davon aus, dass etwa 40 % der Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium diesen mäßigen bis starken Juckreiz haben, wobei etwa ein Viertel über schwere Fälle berichtet. Bei der Mehrheit der Dialysepatienten (bis zu 70 %) tritt er auf. Dennoch ist der CKD-aP nach wie vor wenig bekannt und wird chronisch unterbehandelt. Die Krankheit, von der weltweit Hunderttausende betroffen sind, wird von Angehörigen der Gesundheitsberufe häufig übersehen. Dieses Positionspapier baut auf dem Thema des diesjährigen Weltnierentags "Gut leben mit Nierenkrankheit" auf und erörtert die Auswirkungen von CKD-aP auf die Lebensqualität von Patienten. Es basiert auf oft erschütternden Interviews, die Observia zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 mit 75 Patienten und Betreuern in sieben verschiedenen Ländern geführt hat. Es wird offensichtlich, wie sehr CKD-aP das tägliche Leben der betroffenen Patienten beeinträchtigt.

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Sport

Als Dialysepatient aktiv zu bleiben, hat eine Reihe von physischen und psychologischen Vorteilen. Regelmäßiger Sport kann Ihr Selbstbewusstsein verbessern, Sie mental und körperlich stimulieren und Ihnen neue Gelegenheiten für soziale Interaktion bieten. Sport kann auch dazu führen, dass Sie sich besser fühlen sowie Ihre körperlichen und emotionalen Fähigkeiten wiederfinden, um die Aktivitäten auszuüben, wie bereits vor Ihrer Diagnose. Welche körperlichen Aktivitäten am besten zu Ihnen passen, sollten Sie vorab mit Ihrem Arzt besprechen.

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Quelle: Baxter

Wir arbeiten daran 🙂

Bis dahin finden Sie viele interessanten Facts unter ReNi e.V.